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Leitseite > Stadt- und Kreisarchiv > Archivschatz des Monats

Das Stadt- und Kreisarchiv zeigt seine Schätze


Archive gelten immer noch als geheimnisvolle Orte, in denen ein Archivar mit Ärmelschonern in einem feuchten Kellergewölbe oder auf einem Dachboden scheinbar aus der Zeit gefallen auf seinen Schätzen hockt. Kellermuff und aufwirbelnden Aktenstaub wird bei einem Besuch des Stadt- und Kreisarchivs Düren allerdings niemand vorfinden, der die moderne öffentliche Einrichtung im Haus der Stadt im Dürener Norden betritt. 
Das Archiv steht den Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung als Dienstleister zur Verfügung und widmet sich hauptsächlich der kontinuierlichen Überlieferung der Stadtgeschichte nach wissenschaftlichen Grundsätzen und Strategien. Unter Wahrung gewisser Schutzfristen stellt es die Zeugnisse der Vergangenheit für interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. 
Um einen Einblick in die vielfältige Arbeit zu geben, präsentiert das Stadt- und Kreisarchiv von nun an  jeden Monat ein Dokument aus seinen Beständen. Es sind schriftliche Zeugnisse, die Aufschluss geben über die Geschichte, Zahlen, Daten und Fakten, aber auch über das ganz alltägliche Leben der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte. 

Archivschatz des Januar 2018

Das Stadt- und Kreisarchiv Düren im Haus der Stadt zeigt als Archivschatz des Monats Januar 2018 in einer Vitrine Archivalien und Fotos, die das Theaterleben Dürens dokumentieren. Zu sehen sind die beschädigte Urkunde von der Grundsteinlegung des Stadttheaters am 17. November 1905, ein Fotoalbum mit gesammelten Bildern und eine Ankündigung der Konzerte von 1927 bis 1941. Außerdem ist ein Artikel aus der Dürener Zeitung vom 18. Januar 1907 über die Einweihung des Theaters ausgestellt.
Am 17. Januar 1907 wurde das Stadttheater auf dem Hoeschplatz eingeweiht. Es wurde nach einem Entwurf des Kölner Architekten Carl Moritz erbaute. Gestiftet vom Dürener Fabrikanten Eberhard Hoesch, entwickelte sich das Bauwerk zum Vorzeigeobjekt der Stadt, und die Theaterszene erlangte über Düren hinaus Bekanntheit. Beim Bombenangriff am 16. November 1944 wurde das Stadttheater erheblich zerstört. Seine Ruine wurde 1952 abgetragen.
Wer die Dokumente im Stadt- und Kreisarchiv in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 Uhr und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

Archivschatz des Monats Dezember

Eine auf den ersten Blick unscheinbare Weihnachtspostkarte aus dem Nachlass von Marianne Scherer, den das Stadt- und Kreisarchiv verwahrt, ist das  Archivdokument des Monats Dezember. Die Karte schrieb Albert Apel an Marianne Scherer geb. Mundt zu Weihnachten 1955. 
Albert Apel war Mitbegründer der 1. Dürener Musikschule vor und während des Ersten Weltkriegs. Darüber hinaus leitete er lange Jahre das Dürener Orchester, die ehemalige Feuerwehrkapelle. 

Marianne Scherer war eine Tochter der Gründer des Geschäftes Lederwaren Mundt, das heute noch am Wirteltorplatz existiert. Die Besitzer haben inzwischen allerdings mehrfach gewechselt. Frau Scherer wurde 1903 in Düren geboren und wanderte nach ihrer Heirat über Polen nach Wien aus. Ihrer Heimat blieb sie sehr eng verbunden und sammelte alles, was mit Düren oder Dürener Persönlichkeiten zu tun hatte. Als sie in Düren aufwuchs, wurden Theater und Musik groß geschrieben. So war z.B. das Stadttheater 1907 fertig geworden. Marianne Scherer bekam Musikunterricht beim „Stadtkapellmeister“ Albert Apel, der ihr mit der Postkarte nach dem Zweiten Weltkrieg von Düren Grüße nach Wien schickte. 
Wer die Postkarte in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine mit weiteren Dokumenten rund um den Stadtkapellmeister Albert Apel und seine Musikschule zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

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