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Leitseite > Stadt- und Kreisarchiv > Archivschatz des Monats

Das Stadt- und Kreisarchiv zeigt seine Schätze


Archive gelten immer noch als geheimnisvolle Orte, in denen ein Archivar mit Ärmelschonern in einem feuchten Kellergewölbe oder auf einem Dachboden scheinbar aus der Zeit gefallen auf seinen Schätzen hockt. Kellermuff und aufwirbelnden Aktenstaub wird bei einem Besuch des Stadt- und Kreisarchivs Düren allerdings niemand vorfinden, der die moderne öffentliche Einrichtung im Haus der Stadt im Dürener Norden betritt. 
Das Archiv steht den Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung als Dienstleister zur Verfügung und widmet sich hauptsächlich der kontinuierlichen Überlieferung der Stadtgeschichte nach wissenschaftlichen Grundsätzen und Strategien. Unter Wahrung gewisser Schutzfristen stellt es die Zeugnisse der Vergangenheit für interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. 
Um einen Einblick in die vielfältige Arbeit zu geben, präsentiert das Stadt- und Kreisarchiv von nun an  jeden Monat ein Dokument aus seinen Beständen. Es sind schriftliche Zeugnisse, die Aufschluss geben über die Geschichte, Zahlen, Daten und Fakten, aber auch über das ganz alltägliche Leben der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte. 

Archivschatz des Monats März

In der Nacht vom 13. auf den 14. März 1895 brannte die Tuchfabrik Leopold Schoeller & Söhne an der Ecke Wirtelstraße/Wirteltorplatz ab. Dieser Großbrand gilt als der bis dahin größte und für die Entwicklung des Stadtbildes wichtigste Brand. Die Tuchfabrik zur Kaysermühle wurde als Folge an die Aachener Landstraße (heute Valencienner Straße) in dort errichtete Neubauten verlegt, die Teppichfabrik Gebrüder Schoeller mit den restlichen Fabrikanlagen nach Birkesdorf.

Das Stadt- und Kreisarchiv verwahrt Archivalien und Fotos, die die Geschichte der Tuchfabrik dokumentieren. Zu sehen ist unter anderem ein Zeitungsartikel vom 14. März 1895 sowie ein Foto des Gebäudes vor dem Brand und einige kleine Originalobjekte der Firma, z. B. ein Papierbogen mit Schoeller-Motiv, Firmenetiketten und Metallplomben mit Schoeller-Gravur.

Die Dokumente können zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigt werden.

Archivschatz des Monats Februar 2018

Das Gebäude der Ostschule (heute: Heinrich-Böll-Gesamtschule) wurde 1912 als Ausbildungsstätte für Lehrer errichtet (Lehrer-Seminar). 1925 richtete man hier eine Volksschule ein. Mit der Schulreform 1968 wurde sie zur Hauptschule. 1987 zog auch die Heinrich-Böll-Gesamtschule in die inzwischen erweiterten Gebäude ein.

Et is jo Fastelovend! Deshalb zeigt das Stadt- und Kreisarchiv Düren als Archivschatz des Monats Februar 2018 neben einer Chronik der ehemaligen Ostschule zwei Orden des Festkomitees Dürener Karneval aus der Session 1977/78 und 1978/79. Sie stehen beispielhaft für die Gestaltungsvielfalt: Über die Jahrzehnte wurden die Orden größer, bekamen Gimmicks und werden in jüngster Zeit häufiger mit Strass-Steinen verziert.

 Das Festkomitee Dürener Karneval ist die Dachorganisation von 22 Karnevalsgesellschaften in Düren. Zunächst gründete sich 1950 ein „Festausschuss“, aus dem 1952 das Festkomitee wurde. In diesem Jahr zog auch der erste organisierte Karnevalszug durch Düren, schon damals geplant vom Festkomitee. Dieses hat keine festen Einnahmen. Die Vereine zahlen jährlich einen Mitgliedsbeitrag von heute 70 Euro plus einen Zuggroschen (50 Cent pro bezahlter Eintrittskarte für ihre Veranstaltungen). Der Zuggroschen ist allerdings gedeckelt, die Gesellschaften zahlen maximal 320 Euro pro Jahr.

 Das Stadt - und Kreisarchiv hat in seinem Bestand Orden des Festkomitees, der Prinzengarde, der Dürener Narrenzunft und noch ein paar Einzelstücke. Wer den Archivschatz des Monats in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

 Stadt- und Kreisarchiv Düren, Stefan-Schwer-Straße 4-6, 52349 Düren

Archivschatz des Januar 2018

Das Stadt- und Kreisarchiv Düren im Haus der Stadt zeigt als Archivschatz des Monats Januar 2018 in einer Vitrine Archivalien und Fotos, die das Theaterleben Dürens dokumentieren. Zu sehen sind die beschädigte Urkunde von der Grundsteinlegung des Stadttheaters am 17. November 1905, ein Fotoalbum mit gesammelten Bildern und eine Ankündigung der Konzerte von 1927 bis 1941. Außerdem ist ein Artikel aus der Dürener Zeitung vom 18. Januar 1907 über die Einweihung des Theaters ausgestellt.
Am 17. Januar 1907 wurde das Stadttheater auf dem Hoeschplatz eingeweiht. Es wurde nach einem Entwurf des Kölner Architekten Carl Moritz erbaute. Gestiftet vom Dürener Fabrikanten Eberhard Hoesch, entwickelte sich das Bauwerk zum Vorzeigeobjekt der Stadt, und die Theaterszene erlangte über Düren hinaus Bekanntheit. Beim Bombenangriff am 16. November 1944 wurde das Stadttheater erheblich zerstört. Seine Ruine wurde 1952 abgetragen.
Wer die Dokumente im Stadt- und Kreisarchiv in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 Uhr und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

Archivschatz des Monats Dezember

Eine auf den ersten Blick unscheinbare Weihnachtspostkarte aus dem Nachlass von Marianne Scherer, den das Stadt- und Kreisarchiv verwahrt, ist das  Archivdokument des Monats Dezember. Die Karte schrieb Albert Apel an Marianne Scherer geb. Mundt zu Weihnachten 1955. 
Albert Apel war Mitbegründer der 1. Dürener Musikschule vor und während des Ersten Weltkriegs. Darüber hinaus leitete er lange Jahre das Dürener Orchester, die ehemalige Feuerwehrkapelle. 

Marianne Scherer war eine Tochter der Gründer des Geschäftes Lederwaren Mundt, das heute noch am Wirteltorplatz existiert. Die Besitzer haben inzwischen allerdings mehrfach gewechselt. Frau Scherer wurde 1903 in Düren geboren und wanderte nach ihrer Heirat über Polen nach Wien aus. Ihrer Heimat blieb sie sehr eng verbunden und sammelte alles, was mit Düren oder Dürener Persönlichkeiten zu tun hatte. Als sie in Düren aufwuchs, wurden Theater und Musik groß geschrieben. So war z.B. das Stadttheater 1907 fertig geworden. Marianne Scherer bekam Musikunterricht beim „Stadtkapellmeister“ Albert Apel, der ihr mit der Postkarte nach dem Zweiten Weltkrieg von Düren Grüße nach Wien schickte. 
Wer die Postkarte in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine mit weiteren Dokumenten rund um den Stadtkapellmeister Albert Apel und seine Musikschule zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

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